Le mura

 

Im Lauf ihrer Geschichte ist Florenz von sechs verschiedenen Mauerringen umgeben worden; nur die letzten zwei davon wurden aber auch im Oltrarno gebaut.
Nur in den Vierteln von San Frediano und San Niccolò sind einige Teile davon erhalten.

Geschichte - Bilder

 Geschichte


Die ursprüngliche römische Stadt wurde um das Jahr 60 v. C. gegründet und dehnte sich zwischen den heutigen Piazza del Duomo und Piazza Santa Trinita aus; Zentrum der Stadt war ein Forum in der heutigen Piazza della repubblica, und der Verlauf des römischen Mauerringes ist noch heute von dem Anlage der Straßen zu erkennen.
Im 2. Jahrhundert zahlte Florenz rund 10000 Einwohner; nach der Ende des westlichen römischen Reiches erlitt aber die Stadt eine schwere Krise, welche sehr lange dauerte: Im 6. Jahrhundert war die Bevölkerung um 1000 Einwohner geschrumpft, sodaß es nötig wurde, einen zweiten Mauerring zu errichten, der für eine so kleine Bevölkerung leichter zu verteidigen war.
In karolingischer Zeit begann die Stadt wieder zu blühen und am Anfang des 10. Jahrhunderts war die Krise endgültig vergessen. In dieser Zeit baute man einen dritten Mauerring, welcher den römischen Verlauf teilweise wiederherstellte und sich zum ersten Mal bis am Ufer des Arnos erstreckte.
Ein vierter Mauerring wurde im Jahre 1078 beendet, als Florenz rund 20000 Einwohner zahlte und als neue Hauptstadt (nach Lucca) des Herzogtums von Toskana eine wichtigere politische Rolle spielte: Der neue Mauerring wird im Norden erweitert, nicht aber auf dem anderen Ufer des Arnos.
In der Zeit zwischen 1173 und 1175 beschloß die Stadtregierung die Erweiterung des Mauerringes, welcher jetzt auch die Vorstädte miteinbeziehen sollte. Dieser fünfte Mauerring umfasste auch den Oltrarno, wo sich inzwischen wichtige Vorstädte um den Kirchen von San Felice, San Jacopo in Soprarno und Santa Felicita entwickelt hatten. Bei dieser letzten Kirche fand ein wichtiger Markt statt. Man baute drei Stadttore auch in Oltrarno (in der Nähe der heutigen Piazza San Felice, Costa de' Magnoli und Piazza Frescobaldi), ein echter Mauerring wurde aber nicht errichtet: Für die Verteidigung dieses Gebietes standen nur Holzpalisaden zur Verfügung - und die hinteren Fassaden der Gebäuden, welche gesetzlich ohne Terrassen und Öffnungen gebaut werden mußten.

Ein sechster, größerer Mauerring wurde schon ab dem Jahr 1284 (vermutlich unter Mitwirken von Arnolfo di Cambio) geplant. Der sechste Mauerring war völlig aus Stein und wurde 1333 vollendet. Er schloß auch den ganzen Oltrarno mit ein und seine neuen Stadttore waren 35 Meter hoch. Sie wurden mit Abbildungen der Madonna und Heiligen geschmückt und bei jedem Tor befanden sich ursprünglich auch Statuen berühmter Florentiner Literaten.
Im 16. Jahrhundert wurden alle Stadttore (mit Ausnahme des von San Niccolò) gekappt, damit sie den Artillerieangriffen besser widerstehen konnten; 1530 wurde die Stadt mit neuen Bollwerken versehen, um die Verteidigung gegen die kaiserliche Armee von Karl 5. vorzubereiten: In Oltrarno wurde eine Festung unter der Leitung von Michelangelo bei der Kirche von San Miniato al Monte gebaut. In der Zeit zwischen 1590 und 1595 ließ der Großherzog Ferdinando 1. eine Festung (nach Entwurf von Bernardo Buontalenti) bei dem Stadttor von San Giorgio errichten: Die Festung von Santa Maria, besser bekannt als Festung von Belvedere.
Als Florenz zwischen 1865 und 1871 zeitweilig Hauptstadt Italiens war, wurde der sechste Mauerring fast völlig abgerissen, um Platz für die neuen Umgehungsalleen zu schaffen: Nur im Oltrarno sind einige Teile davon übriggeblieben.
Im Jahr 1998 wurden die Stadtmauern zwischen Porta Romana und Piazza Tasso restauriert und zugänglich gemacht.

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 Bilder


Einige Ansichten der Stadtmauern in Oltrarno:

 Vom Stadttor Romana nach Tasso-Platz


Blick auf von Stadtmauern aus in Richtung Porta Romana.
Zur Zeit ist der Zugang wegen Restaurierung nicht möglich.

 Vom Stadttor von San Frediano nach Lungarno Santa Rosa


Nur hier sind die Stadtmauern mit allen ursprünglichen Türmen und Zinnen erhalten geblieben. So sah der sechste Mauerring von Florenz aus, bevor er im 19. Jahrhundert abgerissen wurde.

 Von der Festung von Belvedere in Richtung Stadttor von San Miniato


Via San Miniato ist in ihrer ganzen Länge von den Stadtmauern begleitet. Im Hintergrund ist das ragende Stadttor von San Niccolò zu sehen.

 Boboli-Garten


An der Südseite ist der Boboli-Garten von den Stadtmauern umgeben. Ein Teil davon ist noch heute zu sehen: Bemerkenswert ist der Turm, der nicht gekappt wurde.

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